Elektroschrott: Wie wertvoll er ist und wo man ihn entsorgen kann

Elektroschrott

Zu was zählt überhaupt Elektroschrott? Dies ist wohl erst einmal die wichtigste Frage, wenn Sie sich zu diesem Thema informieren möchten. Zum Elektroschrott zählen vor allem Geräte, die elektronisch betrieben werden.

Die Größe des Gerätes ist hierbei zweitrangig. So zählen beispielsweise Küchengeräte wie Mixer, Küchenmaschinen, Kühlschrank oder Toaster zu den elektronischen Geräten und somit zum Elektroschrott, wenn die Geräte defekt sind.

Auch Geräte wie der Staubsauger, der Drucker, Fernseher, Waschmaschine, ja sogar die Bohrmaschine, der Föhn oder medizinische Geräte zählen dazu. Ebenso Handys und Smartphones.

In Deutschland darf dieser Elektroschrott keineswegs einfach in den normalen Hausmüll oder dem gelben Sack entsorgt werden, sondern muss gesondert entsorgt werden.

Grundlage hierfür bildet das so genannte Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Daher werden alle elektronischen Geräte in Deutschland in insgesamt 10 Gerätekategorien eingeteilt, die sich wiederum in 5 Sammelkategorien einteilen lassen.

Zur Gruppe 1 zählen die Haushaltsgroßgeräte, zur zweiten Gruppe Kühlgeräte, zur dritten Gruppe Geräte der Kommunikations- und Informationstechnik und so weiter.

Im Elektroschrott enthaltene wertvolle Metalle und Stoffe

Das der Elektroschrott nicht einfach so in den Haushaltsmüll geworfen werden darf, hat seinen ganz speziellen Grund. So besteht Elektroschrott, bzw. einzelne Bauteile, aus rund 1000 unterschiedlichen Substanzen.

Davon werden sogar einige als giftig eingestuft, während diverse Materialien dagegen sehr wertvoll sind und sich optimal zur Wiederverwertung eignen. Weltweit und in Deutschland fallen Millionen von Tonnen an Elektroschrott an, durch das bloße Wegwerfen landen wertvolle Metalle sprichwörtlich im Müll.

So beinhaltet Elektroschrott beispielsweise Gold, Silber, Kobalt oder Kupfer. In etlichen Handys und Smartphones kommt das wertvolle Rohmaterial Palladium hinzu.

Dies ist aber nur die eine Seite der Elektroschrott-Medaille: in etlichen Bauteilen befinden sich giftige Stoffe, die bei unsachgemäßer Entsorgung des Elektroschrotts (zum Beispiel im Wald), ungehindert ins Grundwasser gelangen können und somit auf lange Zeit auch Ihre Gesundheit gefährden.

Zu diesen Stoffen zählen unter anderem: bromierte Flammschutzmittel (kommen in den Kunststoffgehäusen von Computern oder Fernsehern vor), die das Ausbreiten von Flammen verhindern.

Jedoch sind diese Flammschutzmittel enorm giftig für die Umwelt und kann sich auch in Lebewesen ausbreiten. Seit 2008 dürfen diverse Flammschutzmittel nicht mehr in neuhergestellten Geräten innerhalb der EU benutzt werden.

Auch Schwermetalle wie Blei, Quecksilber oder Cadmium sind im Elektroschrott vorhanden und können nachweislich ins Grundwasser gelangen und dieses verunreinigen.

Elektroschrott Gesetz: Diese Pflichten haben Sie

Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte wurden die Mengen von Elektroschrott immer höher: wurde in 1990er Jahren ein Computer noch sieben Jahre genutzt, sind es heute gerade einmal zwei Jahre (Durchschnitt) die ein Computer verwendet wird.

Bereits 2020 wird befürchtet, dass die Menge von Elektroschrott in der EU auf 12 Tonnen ansteigt. Durch immer neuere, technischere Weiterentwicklungen und die Kurzlebigkeit der Elektrogeräte musste eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, die verhindern sollte, dass Elektroschrott einfach so entsorgt werden darf.

Am 16. März 2005 trat das ursprüngliche Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in Kraft. Mit diesem Gesetz wurde zudem das Gesetz auf europäischer Ebene- die WEEE-Richtline (2003) umgesetzt, die den Umgang, bzw. das Recyceln von Elektroschrott regelt.

Ziele des ElektroG sind: die Vermeidung von Abfällen, wiederverwertbare Wertstoffe sollen zudem zur Produktion neuer Geräte eingesetzt werden. Nicht wiederverwertbare Reste sollen umweltschonend beseitigt werden. Zudem soll der illegale Export von Elektroschrott ins Ausland unterbunden werden.

Ob Sie nun Ihr altes Gerät fachgerecht entsorgen oder reparieren lassen, bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen.

Elektroschrott entsorgen: Wohin muss man es bringen?

Wie bereits mehrfach angedeutet, sollten Sie Elektroschrott keineswegs einfach in den gelben Sack oder den Restmüll geben, noch ihn illegal im Wald entsorgen. Nutzen Sie stattdessen folgende Möglichkeiten: seit einer Neuänderung des ElektroG im Jahre 2016 können Sie unter gewissen Umständen Ihren Elektroschrott auch bei diversen Händlern kostenfrei abgeben.

Dies gilt vor allem, wenn: der Händler über eine Verkaufsfläche von 400 m² und mehr verfügt und das abzugebende Altgerät nicht größer als 25 cm ist (äußere Kantenlänge). Dann können Sie dieses Altgerät kostenlos abgeben (z.B. Föhn, Mixer, Lockenstab..)

Ist das Gerät größer, dann können Sie es gegen ein Neugerät eintauschen, der Händler nimmt Ihnen dann das alte Gerät ab. Auch wenn Sie über einen Onlinehändler (Amazon, etc.) ein neues Gerät bestellen, muss dieser Ihr Altgerät sogar zurücknehmen.

In der Regel nimmt der Lieferant Ihr Altgerät (Kühlschrank etc.) bei der Lieferung des neuen Gerätes mit. Sie müssen aber nicht diese Variante wählen, wenn Sie beispielsweise Elektroschrott haben, diesen aber nicht gegen ein Neugerät eintauschen möchten, können Sie die Geräte entweder auf den Werkstoffhof abgeben oder an dafür ausgewiesenen Sammelstellen Ihrer Gemeinde.

Detailliertere Informationen, wo Sie Ihren Elektroschrott am besten abgeben, erhalten Sie oftmals auf der Internetpräsenz Ihrer Stadt/Gemeinde oder über die App fürs Handy mit dem Namen „eSchrott“– auch hier bekommen Sie die nächstgelegenen Sammelstellen für Elektroschrott angezeigt und können ihn dorthin bringen.

Zudem können Sie Ihren Elektroschrott (je nach Region) auch einem Schrottsammler oder ambulantem Altwarenhändler kostenlos mitgeben.

Recycling und Verwertung von Elektroschrott

Altgeräte, sofern sie noch funktionieren, müssen keineswegs entsorgt werden, sondern können zum Beispiel für kleines Geld weiterverkauft werden (z.B. Ebay). Noch besser ist es, wenn Sie funktionierende, aber alte Geräte kostenlos in caritative Einrichtungen oder Second-Hand-Läden bringen, dort gibt es immer Menschen, die diese Geräte sehr gut gebrauchen können.

Ist das Gerät hingegen defekt, wird es von den Sammelstellen oder Wertstoffhöfen zur weiteren Verwertung in externe Firmen gebracht. Dort wird das Gerät dann zerlegt, damit man an das recyclebare Material herankommt.

Zum Teil werden Altgeräte auch komplett geschreddert. Giftige Stoffe, wie das schon weiter oben erwähnte Quecksilber müssen aus den Altgeräten gesondert aufgefangen und entsorgt / recycelt werden.

Enthält der Elektroschrott besonders viel Kunststoff/Plastiksorten, die sich nicht ohne weiteres trennen lassen, wird dieser nach und nach Industriewerkstätten und zum Teil in Kraftwerken als Ersatzbrennstoff verfeuert.

Darum werden Elektrogeräte getrennt gesammelt

Elektrogeräte werden vor allem deswegen getrennt vom üblichen Müll gesammelt, da es rund 1000 verschiedene Substanzen gibt, welche dem Elektroschrott innewohnen.

Diese sind beileibe nicht ungiftig und dürfen keineswegs einfach so in die Umwelt oder sogar noch schlimmer- das Grundwasser gelangen, da sie gesundheitsschädlich für Mensch, Tier und Natur sind. Auch wertvolle Stoffe wie Kupfer, Aluminium und sogar Seltene Erden wie Tantal oder Indium (vor allem in Smartphones/Handys), sind im Elektroschrott, die vor allem gesammelt und wiederverwendet werden sollen.

Zudem steigt die Zahl des Elektroschrotts kontinuierlich an und schädigt durch unsachgemäße Entfernung der Umwelt. Daher sah sich der Gesetzgeber gezwungen, im Jahr 2005 einzuschreiten und die Regelungen zur Entsorgung von Elektroschrott neu zu bestimmen und einzugrenzen.

Zudem soll verhindert werden, dass Elektroschrott illegal ins Ausland verkauft wird.

Waschmaschine, Kühlschrank oder Fernseher entsorgen

Waschmaschine, Kühlschrank oder Fernseher dürfen Sie nicht über den handelsüblichen Müll entsorgen, da diese Geräte zum Elektroschrott zählen.

Stattdessen können Sie die Geräte entweder bei einem Werkstoffhof in Ihrer Nähe abgeben oder auch zu einer Sammelstelle in Ihrer Gemeinde bringen. Genaue Informationen und auch Öffnungszeiten erhalten Sie in der Regel auf den Internetseiten Ihrer Stadt/Ihrer Gemeinde.

Falls Sie eines dieser oben genannten Geräte entsorgen möchten und zugleich ein neues Gerät kaufen möchten, können Sie mit dem Händler (auch eines Onlineshops) vereinbaren, dass Ihr Altgerät im Austausch mitgenommen wird.

Seit einer Neufassung des ElektroG, sind die Händler zu einer kostenlosen Mitnahme und fachgerechten Entsorgung von Elektroschrott verpflichtet. Die Großgeräte wie Waschmaschine, Kühlschrank oder Fernseher können Sie in der Regel nur dann bei einem Händler abgeben, wenn Sie im Gegenzug ein neues Gerät bei ihm erwerben.

Preise für Elektroschrott

Dass das Verkaufen von Elektroschrott ein hochrentables Geschäft ist, liegt vor allem an den zahlreichen Metallen, die sich im Elektroschrott finden lassen.

Die Preise für Elektroschrott lassen sich nicht pauschal festlegen, da in den unterschiedlichen Altgeräten ja verschiedene Metalle verbaut wurden und dies in unterschiedlichen Mengen.

Da Elektroschrott nur an ausgewiesene Händler und Abnahmestellen verkauft werden darf, können Sie sich dort auch gezielt nach den jeweiligen Preisen erkundigen.

Auf den Internetpräsenzen der jeweiligen Händler differenzieren diese zumeist den Elektroschrott in verschiedene Kategorien wie etwa beispielsweise: Zink, Zinn, Messing, Hartmetall, Edelstahl, aber auch Platinen, Laptops, Smartphones etc.

Auf der Internetseite steht häufig auch der jeweilige Preis für z.B. Zink: dieser Preis liegt im Moment bei 1,70 Euro pro Kilogramm. Die Preise können je nach Kurs schwanken und sind somit stetigen Veränderungen unterworfen.

Elektroschrott verkaufen

Sie spielen mit dem Gedanken, Ihren Elektroschrott zu Geld zu machen? Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für Sie.

Zuerst müssen Sie wissen, dass Sie Elektroschrott nur an ausgewiesene Händler verkaufen dürfen. Dies gilt auch für Händler über das Internet. Schauen Sie sich zunächst den Internetauftritt des Händlers an und ob er beispielsweise über ein Impressum und auch eine Anschrift und Kontaktdaten verfügt.

Haben Sie einen sicheren Shop ausgewählt, stet einem Verkauf grundsätzlich nichts im Wege. Ob sich der „Aufwand“ jedoch lohnt, ist eine andere Sache: so erhalten Sie beispielsweise für ein altes Smartphone, welches Sie an einen Onlinehändler verkaufen, zwischen 20 und 50 Cent.

Etliche Onlinehändler wie Zonzoo oder wirkaufens bieten diesen Service an. Dorthin können Sie dann kostenlos Ihre Kleingeräte schicken, wie etwa Handys, aber auch Digitalkameras, Tablets, Laptops usw.

Nach einigen Tagen erhalten Sie in der Regel per Email einen vorgeschlagenen Preis, das Geld wird, wenn Sie dem Preis zustimmen, einige Werktage später auf Ihr Konto überwiesen.

Möchten Sie hingegen Großgeräte verkaufen wie etwa einen Fernseher, Kühlschrank, Kühltruhe usw., sollten Sie sich am besten an einen Schrotthändler in Ihrer Nähe wenden, bzw. einen Schrottplatz aufsuchen.

Hier können die Preise und auch Öffnungszeiten sehr unterschiedlich sein. Zudem müssen Sie mit einem Preisverlust rechnen, wenn der Schrotthändler Ihren Elektroschrott von Zuhause abholt- somit sollten Sie ihn besser direkt zum Schrottplatz liefern.

Da sich die Schrottpreise tagtäglich ändern, bekommen Sie Preisauskünfte meist am Telefon oder vor Ort, am nächsten Tag hingegen kann sich der Preis für Ihren Elektroschrott schon wieder ändern.

Dies hängt vor allem mit der Londoner Metallbörse zusammen, an ihr orientieren sich somit auch die deutschen Preise für Metalle und somit dem Elektroschrott. Elektroschrott zu verkaufen lohnt sich nur in Ausnahmefällen bei Privatpersonen, da diese in der Regel nicht über große Mengen Elektroschrott verfügen, so dass es sich rentiren würde.

Zudem müssen Sie möglicherweise Spritkosten einkalkulieren, wenn Sie Ihren Elektroschrottverkaufen möchten. Diese Kosten bekommen Sie mit dem Verkauf Ihres Elektroschrotts in den wenigsten Fällen wieder und machen somit eine Art Verlustgeschäft.

Für Schrotthändler, die gewerbsmäßig Elektroschrott verkaufen, lohnt sich Verkauf natürlich mehr, da sie viel größere Mengen einsammeln und diese beim Schrottplatz ihres Vertrauens verkaufen, bzw. im Vorfeld ausschlachten und die einzelnen Teile und Metalle entsprechend kennen und verkaufen können.

Da die Zahl an Elektroschrott immer weiter zu nimmt, wird der Berufszweig des Schrotthändlers/Altmetallhändlers in naher Zukunft nicht an Bedeutung verlieren. Eine zertifizierte Ausbildung zum Schrotthändler gibt es nicht, vielmehr üben Quereinsteiger aus Handwerksberufen oder dem Groß- und Außenhandel diesen Beruf aus und machen sich ggf. mit einem Betrieb selbstständig.

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